Ludwigsburgs innerstädtische Verdichtung

Trio aus Wohn- und Bürogebäuden

Als innerstädtische Nachverdichtung entstand im bahnhofs­nahen Quartier in der Karlstraße in Ludwigsburg ein Gebäudeensemble nach den Plänen von Steimle Architekten. Die zentral gelegene Baulücke sowie die daran anschließende unliebsame Hinterhofsituation mit Parkplatzflächen wurden damit zu einem identitätsstiftenden Ort.

Bitte beachten Sie: Diese Fallstudie ist in der Ausgabe Nr. 68 des [ark]-Magazins erschienen. Die planenden und ausführenden Gewerke sind für die Einhaltung der örtlichen Normen und Vorschriften sowie für die Realisierung und Gewährleistung der architektonischen Details und Lösungen verantwortlich.

Durch einen gemeinsamen Sockel vereint, hat dieses Projekt die Nachbarschaft neu definiert

Erfahren Sie mehr: Projekt [insights]

Entdecken Sie die Ideen, die hinter dem einzigartigen Fassadendesign und den Materialien stehen, in unserem Projektdokument [insights].

Den Architekten treffen:

Steimle Architekten BDA Gesellschaft von Architekten mbh

"Aus heutiger Sicht haben wir eine wunderschöne innerstädtische Potenzialfläche vorgefunden. Unser Ziel war, das Potenzial auszuschöpfen, also wirklich qualitativ hochwertigen Wohnraum hier in der Innenstadt in einem hybriden Quartier zu schaffen ..."

Thomas Steimle, architekt, Steimle Architekten

VIDEO: Innerstädtische Nachverdichtung - Neubau eines Wohn- und Büroensembles in der Ludwigsburger Innenstadt (18:42)

[insights]:

Revitalisierung einer städtischen Brachfläche

In den 1970er-Jahren gab es in Ludwigsburg einen Stadtentwicklungsplan, der an vier zentral gelegenen Orten jeweils einen Hochpunkt vorgesehen hatte. Diese wurden zum Teil realisiert, aber auch kritisch hinterfragt. Das Grundstück lag über Jahre brach. Schließlich wurde die vorgesehene Geschossanzahl des Hochpunkts an der Karlstraße halbiert, wodurch der „lange Karl“ im Volksmund schnell zum „Half-Long Charles“ wurde.

Die Brachfläche war ein klassischer Hinterhof, der als unwirtschaft­licher Parkplatz genutzt wurde. Steimle Architekten erkannten das Potenzial des Grundstücks und setzten sich zum Ziel, dies voll auszuschöpfen.

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Ein verbindendes Sockelgeschoss

Das Sockelgeschoss verbindet die drei Punkthäuser miteinander und unterscheidet sich zu diesen sowohl im Maß der Öffnungen als auch in der Art der Fassadengestaltung. Das Dach des Sockelgeschosses ist als gemeinschaftliche Freifläche aus dem Stadtraum herausgehoben und bietet als Beletage des Innenhofs eine besondere Qualität.

Als Differenzierung in der Nutzung und als Antwort auf den städtischen Raum war es den Architekten wichtig, dass der Sockel mit einem eigenständigen Material gestaltet ist und sich von den darüberliegenden Punkthäusern abhebt.

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Optische Gleichheit von Geschoss- und Dachebene

Im klassischen Gründerzeithaus sind Fassade und Dach sichtbar getrennt voneinander gestaltet. Nicht zuletzt aufgrund der Aufheizung im Sommer und der beschwerlichen Erreichbarkeit waren die schlechtesten Zimmer, in denen die Dienstboten lebten, im Dachgeschoss untergebracht.

Heutzutage bietet das Wohnen in den oberen Geschossen mit besserer Belichtung und einem schöneren Ausblick weit mehr Qualität. Aus diesem Grund wurde die Dachfläche mit den Schrägen zwar angedeutet, es gibt jedoch keine bewusste Abstufung zur Materialität der Fassade. Die Ableitung des Regenwassers erfolgt über eine versteckte Rinne am Übergang der vertikalen Fassade in die Schräge.

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Fassade aus Klinkerriemchen

Die umgebenden Gründerzeithäuser sind mehrheitlich mit Klinker gestaltet. Steimle Architekten wollten das Material aufgreifen und es möglichst in ähnlicher Anmutung verwenden – als Übergang zu den bestehenden Sandsteinfassaden im vorderen Bereich des Grundstücks.

Um den richtigen Stein zu finden, wurden viele verschiedene Arten und Farbigkeiten verglichen. Es wurden zahlreiche unterschiedliche Verbände gelegt und in großen Mock-ups maßstabsgetreu abgebildet und bewertet.

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Clevere Details für die Privatsphäre

Um zu vermeiden, dass aufgrund der räumlichen Nähe zueinander und dem Wunsch nach Privatsphäre die Rollläden der Badfenster permanent geschlossen sind, haben sich die Architekten einen Kniff überlegt: Sie verbargen die schmalen Fenster hinter einem marokkanischen Verband, der sich geschickt in die Fassade fügt. Dadurch sind die Bewohner vor Blicken geschützt und es gelangt dennoch Tageslicht ins Bad.

[insights]:

Energetische und klimafreundliche Maßnahmen

Das Gebäude wurde nach KfW55-Standard mit einer WDVS-Fassade mit Mineralwolledämmung errichtet. Der begrünte Hof verbessert die Wohnatmosphäre, die Durchlüftung des Quartiers und das Mikroklima. Hinzu kommt eine PV-Anlage auf den Dachflächen, die den rücksichtsvollen Umgang mit Ressourcen unterstützt. Das Regenwasserkonzept besteht aus Retentionsdächern, Gründächern und Wasserspeicherung.

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Fertigstellung
2021
Architekt
Steimle Architekten BDA Gesellschaft von Architekten mbh, Stuttgart, DE (Entwurf), bopp herrmann architekten , Stuttgart, DE (Umsetzung)
Bauherr
Strenger Holding GmbH, Ludwigsburg, DE
Ausführung
Wofa-Wolf GmbH, Weil im Schönbuch, DE
Produkte
Wärmedämm-Verbundsystem (StoTherm Mineral), Fugenlose, vorgehängte, hinterlüftete Fassade (StoVentec C), Klinkerriemchen (StoBrick Rau 2079 and 2083)
Fotos
Brigida González

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